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IKB kein Neuengagement


08.08.2007
National-Bank AG

Essen (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der National-Bank AG, Roman Mayer, empfiehlt bei der Aktie von IKB (ISIN DE0008063306 / WKN 806330) kein Neuengagement.

Die führende Adresse in der deutschen Mittelstandsfinanzierung sei im Rahmen von Fehlspekulationen in den Sog der so genannten "Subprime"-Krise geraten. Zurzeit würden die eigentliche Fragestellung die genaue Bezifferung des tatsächlichen Korrekturbedarfs der Investments in ABS-Strukturen - unterlegt mit US-Immobilienkrediten - und die Differenzierung in der Ursache und den Folgen bleiben. Hierzu müsse zwischen den Engagements in den selbst gegründeten Anlagevehikeln, einem so genannten Conduit, "Rhineland Funding", "Rhinebridge plc" und den Direktinvestments der IKB selber unterschieden werden.

Aus dem Conduit "Rhineland Funding" habe die IKB den mehrheitlichen Anteil ihrer Provisionseinnahmen für die Beratung bei der Anlage in kreditbesicherten Wertpapieren, den so genannten Asset Backed Securities (ABS) erzielt. Das Anlageuniversum sei vermutlich vorwiegend aus ABS-Strukturen mit niedriger Bonität zusammengesetzt und habe sich zum Bilanzstichtag auf ein Nominalvolumen von 12,7 Mrd. EUR (letzter Stand 14,6 Mrd. EUR) summiert. Hierbei habe der Fonds seine Anlage über die Emission von kurzläufigen (60 zu 90 Tage) Wertpapieren (Commercial Papers) refinanziert und versucht, über die Bonitäts- oder Fristentransformation einen Gewinn zu erzielen.

Im Zuge der allgemeinen Verunsicherung an den Kreditmärkten und der damit verbundenen Ausweitung der Kreditspannen habe sich der Fonds in der Refinanzierung nicht mehr in der Lage gesehen, neue Papiere zu begeben, was unmittelbar die Liquiditätsbürgschaft der IKB aktiviert habe. Diese habe die Liquiditätslinie nicht ad hoc zur Verfügung stellen können. In erster Instanz stelle nun die KfW die Liquidität in Höhe von 8,1 Mrd. EUR sicher und trete mit sofortiger Wirkung in die Liquiditätslinien der IKB gegenüber dem "Rhineland Funding" ein. Des Weiteren übernehme sie alle Risiken, die aus dem Fonds resultieren würden.

In Bezug auf das zweite Conduit "Rhinebridge plc" werde die IKB dessen Aktiva in Höhe von 2,4 Mrd. EUR in ihre eigenen Bücher aufnehmen und voll konsolidieren. Zusätzlich stabilisiere die Bank über die Ausgabe von Junior Capital Notes (Volumen 80 Mio. EUR) die Liquidität des kleineren Fonds. Inwieweit und wie hoch ein Wertberichtigungsbedarf aus den Fonds resultiere, sei nicht geklärt, da keine Positionen aufgelöst worden seien. Bisher habe sich das Problem nur in der Refinanzierung und dem damit verbundenen Liquiditätsengpass begründet.


Neben den oben beschriebenen Kreditzusagen zur Entlastung der IKB habe ein Zusammenschluss der KfW, der Verbände von privaten Banken (BdB), Genossenschaftsbanken (BVR) und Sparkassen (DSGV) eine gemeinsame Stützungsaktion im Volumen von 3,5 Mrd. EUR für mögliche Belastungen im Extremfall aus Wertberichtigungen zusammengestellt. Dies entspreche in etwa einem Fünftel des Engagements der Bank.

Bisher würden sich diese mit 1 Mrd. EUR auf die Direktengagements der IKB selber und der Rest auf mögliche Belastungen aus Abschreibungen des Conduits verteilen. Allerdings bleibe zurzeit offen, inwieweit größere Wertberichtigungen gedeckt würden. Die KfW übernehme von diesen 3,5 Mrd. EUR mit 2,5 Mrd. EUR den mehrheitlichen Anteil.

Die Analysten würden die Gesamtsituation der Bank als undurchsichtig bewerten. Zwar sei der Informationsfluss in Richtung Investoren besser geworden, allerdings sei aus den wenigen Zahlen schwer abzuleiten, wie hoch die zukünftigen Belastungen für das Institut ausfallen würden. Bisher erwarte man solche aus der Bedienung des Avalkredites, einer möglichen Aufwärtsrevision der Belastungen aus der Wertberichtigung (bisher 3,5 Mrd. EUR), dem hälftigen Ausfall der Provisionseinnahmen und einem Refinanzierungsszenario zu höheren Kosten (Druck auf die Zinsmarge). Allerdings gebe es bisher keinen Einblick in die Gestaltung der Vertragsmodalitäten.

Für das laufende Geschäftsjahr sei die Hauptversammlung in das abschließende Quartal verschoben worden und auch die Aussicht auf eine Dividende sei gemäß aktueller Pressemeldung verschwindend klein. Daneben erhoffe man sich aus der bevorstehenden Sonderuntersuchung der Prüfungsgesellschaft PwC neue Hinweise auf den Gesamtumfang des Szenarios.

Allerdings sei anzufügen, dass das Unternehmen im Kerngeschäft der Mittelstandsfinanzierung von dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland profitiert habe. Ohne die aufgetretenen Belastungen hätte dieser Bereich auch in Zukunft für ein ertragreiches Geschäft gesorgt. Jedoch seien die Analysten aufgrund der Nachrichtenlage derzeit nicht in der Lage, eine verlässliche Bilanz- und Ertragsanalyse zu erstellen. Die Einstufungen des Research der National-Bank AG würden auf dieser Fundamentalanalyse beruhen und die aktuelle Situation lasse eine solche zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu.

Die Analysten der National-Bank AG raten vorerst zu keinem Neuengagement in den Papieren der IKB. (Analyse vom 08.08.2007) (08.08.2007/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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